IP-Umstellung

Was ist bei der Umstellung Ihres ISDN-Anschlusses auf den IP-Anschluss zu beachten?


1.

Sind an Ihrem Anschluss Geräte mit dem Telefonnetz bzw. Ihrer Telefonanlage verbunden, welche nach der IP-Umstellung nicht mehr funktionieren könnten?
Dies betrifft beispielsweise EC-Cashgeräte, Alarm- und Brandmneldeanlagen oder andere Geräte, welche in der Vergangenheit ISDN-Dienste genutzt haben.
Beginnen wir mit den EC-Cashgeräten. War das Gerät bisher mit einem Analog- oder sog. S0-Anschluss Ihrer Telefonanlage oder Ihres Telefonanschlusses verbunden, ist es sehr wahrscheinlich, dass es nach der Umstellung nicht mehr funktionieren wird. In den letzten Jahren wurden wurden von den Finanzdienstleister i.d.R. sog. Hybridgeräte an die Kunden ausgeliefert. D.h. diese Geräte funktionieren sowohl an einem Telefonanschluss wie auch an einem Netzwerkanschluss. Demnach finden Sie auf der Geräteunterseite beide Anschlüsse. Nach der IP-Umstellung muss dieses Gerät mit dem LAN-Anschluss an eine funktionierende Netzwerkbuchse angeschlossen werden. Anschließend muss im Bedienmenü die Anschlussumstellung eingestellt werden. Rufen Sie dazu die Hotline Ihres Finanzdienstleisters an.
Alarm- und Brandmeldeanlagen, welche auf eine Notfallzentrale aufgeschaltet sind, nutzen wahrscheinlich einen ISDN-Dienst. Dieser Dienst signalisiert der Zentrale eine Störung sobald die Signalisierung des Dienstes abreißt. In der Folge wird ein Alarm ausgelöst.
Meine Empfehlung: Erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ihrem Dienstleister, ob Alarmanlage und/oder Brandmeldeanlage für den IP-Anschluss tauglich sind. Sofern dies nicht der Fall ist, können oft nachrüstbare Module den Weiterbetrieb gewährleisten.

2.
Faxgeräte
Schwieriges Thema! Viele Provider unterstützen am IP-Anschluss nicht mehr das Fax-Protokoll (T38). Vereinfacht gesagt, haben sich das sendende und das empfangende Faxgerät über dieses Protokoll darüber unterhalten, in welcher Geschwindigkeit gesendet wird, wie viele Blätter übertragen werden, usw. . Somit können Sie sich heute nicht mehr darauf verlassen, dass alle versendeten Blätter bei der Gegenstelle angekommen sind, selbst wenn Ihr Gerät signalisiert, dass alle Blätter versendet wurden. D.h nicht dass auch alle Blätter angekommen sind. Je mehr Blätter Sie auf einen Schlag versenden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Übertragungsfehler passiert, ohne dass dieser von Ihrem Gerät angezeigt wird.

Meine Empfehlung: Verlassen Sie sich nicht mehr auf das Fax. Zur Optimierung können Sie am Faxgerät die geringste Übertragungsgeschwindigkeit wählen, die Fehlerkorrektur auschalten und Blätter einzeln übertragen. Diese Maßnahmen verringern Übertragungsfehler, können sie aber nicht komplett vermeiden.

3.
Werden 
eine neue Telefonanlage und/oder neue Endgeräte benötigt?
Nein, nicht zwingend, aber .... .
Um eine ältere Telefonanlge ohne Netzwerkanschluss auch nach der IP-Umstellung weiterzubetreiben, wird ein sog. Voip-Gateway (z.B. Fritzbox 7590 oder Telekom Digitalisierungsbox) benötigt. Dieses Geräte stellen einen oder mehrere "virtuelle" ISDN-Anschlüsse zur Verfügung, welche zum Anschluss der ISDN-Telefonanlage verwendet werden können. Die Anmeldung Ihrer Rufnummern findet im Voip-Gateway statt, anschließend werden diese zur Telefonanlage "weitergereicht". Und schon können Sie mit Ihren Geräten im Bestand wieder telefonieren. Diese Variante stellt die günstigste Umrüstung von ISDN zu IP dar. 
Aber es stellt sich die Frage, ob dies immer so sinnvoll ist. Sie haben nach der IP-Umstellung  immer noch eine ISDN-Telefonanlage, die davon ausgeht, dass sie an einem ISDN-Anschluss betrieben wird. Und dieser ISDN-Anschluss ist definitiv nicht mehr da. Nehmen wir die Funktion "Rufumleitung im Amt", die dafür sorgt, dass Ihre Festnetztelefonnummer beispielsweise auf Ihr Handy umgeleitet wird. Das Schalten dieser Funktion ist an Ihrer alten Anlage in dieser Form nicht mehr möglich. Und so gibt es noch einige Beispiele. Eine neue hybride IP-Telefonanlage (Anlage, die sowohl an einem ISDN- als auch an einem IP-Anschluss funktioniert) bietet Ihnen in Verbindung mit einer  intelligenten CTI-Anwendung eine Vielzahl von Zusatznutzen und Anpassungen an den IP-Anschluss, die Ihnen unterm Strich eine Zeitersparnis bescheren und den Bedienkomfort erhöhen. Bleiben Sie offen für Neues, was Sie in Ihrem Geschäft nach vorne bringt.
Mein Empfehlung: Falls es möglichst günstig sein soll, Sie und Ihre Mitarbeiter/Innen wenig telefonieren und Sie kaum Funktionen benötigen --> setzen Sie eine Voip-Gateway ein. Allen anderen empfehle ich, sich mit der neuen Technik zu beschäftigen; wir helfen Ihnen dabei!
Im Fall des Weiterbetriebes von Ihren Endgeräten kommt es darauf an, welche Anschlüsse Ihre neue Telefonanlage mit sich bringt. Modular aufgebaute IP-Telefonanlagen (z.B. Agfeo ES730 oder ES770) können mit Erweiterungsmodulen in der Form ausgestattet werden, dass jedes Ihrer Endgeräte (ausgenommen Systemendgeräte anderer Hersteller) wieder eingesetzt werden kann. Kompakte IP-Telefonanlage (z.B. Agfeo ES628 im Wandgehäuse, ES628IT im 19"-Format; ES522 oder ES516) bringen jeweils eine gewisse Anzahl von Anschlüssen für Bestandsgeräte mit. Ob und in welcher Form das Sinn ist, beantworten wir Ihnen gerne.